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Wie kann ich meine/n Jugendliche/n für Mathematik motivieren?

Gemäss einer Studie an über 3'500 bayerischen Kindern zählt die Motivation mehr als die Intelligenz – auch in Mathematik. Die Intelligenz spielt nur in jungen Jahren eine Rolle. Es lohnt sich also auf jeden Fall, sein Kind für Mathematik zu motivieren.

Idealerweise können Sie sich selber für Mathematik begeistern – dann werden Sie bestimmt auch Ihre/n Jugendliche/n damit anstecken. Andernfalls wecken diese Tipps hoffentlich auch Ihre Freude:

Im Alltag.

Zeigen Sie konkret für den Berufs- oder Studienwunsch des Jugendlichen auf, warum Mathematik wichtig ist. Jugendliche sind meist sofort motivierter, wenn sie hinter ihren Anstrengungen einen Sinn sehen.

Denken Sie mit Ihrem Jugendlichen über Mathematik nach. Dabei geht es meiner Meinung nach gar nicht darum, immer alles zu Ende zu rechnen, sondern Lösungswege zu finden. Was sind Fragen, die man sich stellen kann? Welche Informationen brauche ich für die Lösung? Beispiele:

  • Ferien sind super für Schätzaufgaben: Wie hoch ist dieses Hochhaus? Wie viele Treppenstufen hat es bis zur Domspitze? Wie lange braucht man von A nach B?
  • Ab wann lohnt sich ein teures Flatrate-Abo anstatt ein Prepaid-Abo? Wie oft muss ich Busfahren, damit sich ein Libero-Abo lohnt? Diese Fragen können sich Jugendliche gut selber überlegen.
  • Vor dem Kleiderschrank: Ihre Tochter hat fünf paar Hosen, sechs Pulli, acht T-Shirt und vier paar Schuhe. Wie viele (nicht unbedingt zusammenpassende) Kombinationen mit und ohne Pulli gibt es?
  • Beim Familienfest: An der Familienfeier sind 18 Personen anwesend. Wie oft sollte (theoretisch) Gläserstossen zu hören sein?

«Der Zahlenteufel» von Hans Magnus Enzensberger ist ein tolles Buch für fast jedes Alter (die Beherrschung der vier Grundrechenarten reicht). «Ein Kopfkissenbuch für alle, die Angst vor der Mathematik haben.»

Die Arbeitsweise der Mathematik hilft einem, auch bei der Lösung von Alltagsproblemen sauber und diszipliniert vorzugehen – das heisst vorurteilsfrei an die Aufgabe herangehen und grosse Probleme in mehrere kleine Probleme teilen. Logicals und Sudoku fördern das logische Denken.

Forschen Sie mit der Jugendlichen nach den grossen Rätseln der Mathematik. Die Lösung eines sogenannten Millennium-Problems verspricht sehr viel Geld und Ruhm!

Ideen für die Hausaufgaben.

  • Suchen Sie gemeinsam konkrete Beispiele aus dem Alltag für den aktuellen Schulstoff.
  • Bei Aufgaben hilft oft eine Zeichnung und bringt einen auf neue Ideen.
  • Ermutigen Sie Ihren Jugendlichen, neue Wege auszuprobieren. Manche Idee muss verworfen werden, aber oft kommt es dabei zu Aha-Erlebnissen.
  • Es bringt mehr, Lösungswege zu verstehen statt auswendig zu lernen.
  • Zeigen Sie wenn möglich Zusammenhänge zwischen den einzelnen mathematischen Themen auf.
  • Die Youtube-Videos von Daniel Jung oder die App simpleclub finde ich sehr empfehlenswert.